E-Learning 2.0

Aus Widawiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Definition

E-Learning 2.0 ist im Rückblick auf den Begriff des E-Learnings keine neue Form oder kein spezielles Lernmodell, dass sich abgrenzend durch innovative Varianten entwickelt hat, sondern es beschreibt eher ein Bündel an Entwicklungen, Sichtweisen oder Trends, die einen Wandel oder Veränderungen im Bereich Lehren Und Lernen aufzeigen. Weiter sind auch keine neuen Technologien nötig oder erforderlich, um E-Learning 2.0 zu beschreiben. Allein die Nutzung der Technologie ist also nicht Ausschlag gebend, sondern erst die Verknüpfung mit einem Lernmodell kann die Möglichkeiten und Erfolge des E-Learning 2.0 maximieren. E-Learning 2.0 wird als Nutzung von Social Software und Lernservices gesehen, die beliebig und nach Bedarf kombiniert werden können.


Charakteristika

Da bereits der Begriff des E-Learnings schwer zu definieren ist, da sich hier oft die Meinung in verschiedene, aber teils ähnliche Richtungen entwickeln, sollte man dem Begriff E-Learning 2.0 eher folgende Charakteristika zuordnen:

I. Der Lernende bekommt die Rolle des Organisierenden

II. Im Klassenraum zur Schulzeit, jedoch auch sonst überall und zu jeder Zeit kann Lernen mit unterschiedlichen Kontexten stattfinden

III. Lernen ist ein lebenslanger Vorgang, der nicht zwangsläufig an eine Bildungseinrichtung gebunden sein muss

IV. Lernen allgemein in Lerngemeinschaften (formell und informell) fördert die Effizienz und trägt zu einem besseren Ergebnis bei

V. Lernen findet immer häufiger informell und non-formal statt, also zu Hause, am Arbeitsplatz oder während der Freizeit


Entwicklungen und Änderungen

Im Gegensatz zum E-Learning setzt E-Learning 2.0 seinen Fokus auf den Schwerpunkt der direkten Teilnahme (Partizipation) und nicht mehr auf die passive Seite der reinen Informationserhaltung (Akquisition). Es werden Fortschritte im Bereich Kommunikation und Vernetzung genutzt, um einen besseren Austausch von Informationen und Materialien zu gewährleisten. Lernresourcen können effektiver Genutzt werden und Ergebnisse sicherer gespeichert und aufbereitet werden. So können neue Lernplattformen erschaffen werden, die von einem E-Tutor nur noch überwacht werden, sodass er nur noch die Funktion als eine Art Wegweiser hat und keine / kaum eigene Informationen zur Verfügung stellt. Somit ist der Weg für das selbstgesteuerte Lernen als eines der Lernziele frei. Dieses selbstgesteuertes Lernen zeigt sich in der Nutzung sozialer Netzwerke zur Optimierung einzelner Arbeitsschritte und Lerntechniken. Die Qualität und Kontinuität wird beim E-Learning 2.0 nun durch die Lernenden selbst eingehalten und bewertet. Klassische Modelle, wie die Überprüfung eines Lehrenden, sind in erster Linie nicht mehr notwendig. Wie bereits beschreiben bekommt der Lehrende nur die Rolle des Wegweisers. Er muss nicht permanent anwesend sein, jedoch empfiehlt es sich im Konzept einen Ansprechpartner einzubetten. Es werden somit auch keine festen Kursstrukturen mehr benötigt, da das Konzept auf der Basis der Kommunikation allgemein funktioniert. Weiter gibt es kaum noch individuelle Aneignungsprozesse, sondern vielmehr Beteiligungsprozesse, die unter anderem den Vorteil haben, dass offene Fragen zeitnah bearbeitet werden können. Es handelt sich beim Lernen also nicht mehr um den Transfer und den Konsum von Wissen, sondern um die eigene Produktion von Inhalten und Kompetenzen. Während die Tätigkeiten Arbeiten und Lernen miteinander mehr und mehr verschmelzen, werden auch die Lernaktivitäten zu Aktivitäten des alltäglichen Lebens. Zusätzlich können auch Leistungsnachweise in Form von Tests, Referaten, Präsentationen oder Klausuren eingeholt werden. Nachteilig äußern sich jedoch die relativ hohen Zeitanforderungen und der Einsatz finanzieller Mittel. Dazu kann es passieren, dass Daten oder Dateien über einen Zeitraum hinaus irgendwann vergessen werden.


Beim E-Learning 2.0 können unter anderem folgende Methoden und Techniken verwendet werden:

  • Wikis
  • Weblogs
  • Podcasts
  • Foren
  • E-Portfolios
  • Lernplattformen
  • Planspiele


Rahmenbedingungen

Zusammenfassend lassen sich folgende Notwendigkeiten für ein funktionierendes E-Learning 2.0 festhalten:


  • allgemeine Kenntnisse im Umgang und der Funktion des E-Learning
  • aktive Beteiligung der Lernenden
  • Kontrolle und Reflexion der eigenen Leistungen
  • Der Weg ist das Ziel : Nicht die Lernmaterialien, mit denen gelernt wird, stehen im Vordergrund, sondern die eigenen produzierten Lernprodukte
  • die Planung wird in erster Linie nicht mehr vom E-Tutor durchgeführt, sondern die Lernenden sind für ihre persönliche Bildungsplanung selbst verantwortlich
  • soziale Austausch- und Kommunikationsprozesse rücken in den Mittelpunkt
  • Dokumentation der Lernprozesse (z.B. E-Portfolio)
  • Lernfortschritte zeigen sich in Leistungsnachweisen und durch die Dokumentation der Lernprozesse, die flexibel überwacht und eingeholt werden können
  • der Zugang muss frei von Barrieren gestaltet werden


Literaturverzeichnis

Ehlers, Ulf-Daniel: Qualität im E-Learning 2.0 aus Handbuch E-Learning 23. Erg.-Lfg. Januar 2008

Hettinger, Jochen: E-Learning in der Schule. Grundlagen, Modelle, Perspektiven , München 2008

http://www.elearning2null.de/ Stand: 20.03.2009

http://www.e-teaching.org/ Stand 20.03.2009

http://www.wob11.de/ Stand 20.03.2009

Persönliche Werkzeuge
Info

WidaWiki startete am 15. November 2005.


Aktuell 103 Artikel (Stand: 2010-01-26)