Frontalunterricht
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Definition und Kurzbeschreibung der Methode
Frontalunterricht oder oftmals Plenumsarbeit genannt stellt eine sehr lehrer/innen- zentrierte Form der Wissensvermittlung dar. Durch den geschichtlichen Wandel tritt diese Unterrichtsmethode in vielen Variationen auf, was eine genaue Definition schwierig gestaltet. Der Kern dieser Methode besteht jedoch weiterhin aus der Übermittlung von Wissens- und Bildungsinhalten durch den/die Lehrer/in, um den Lernenden einen effektiven Wissensgrundstock zu vermitteln, auf dessen Grundlage eigene Entscheidungen getroffen werden können (Zeuschner, 2005), (Kiper/ Meyer/ Topsch 2002, S. 32f.). Die hier kurz beschriebene Form oder Definition des Frontalunterrichts beinhaltet also auch eine individuelle Förderung der Schüler/innen (wesentlich die Förderung zur Selbstorganisation), aber die Grundlagenschaffung der Bildungs- und Wissensvariablen verbleibt in der Hand der Lehrpersonen.
Ablauf/Durchführung der Methode
Der Ablauf bzw. die Durchführung des Frontalunterrichts wird oftmals in klar definierte Rollen unterteilt, in denen der/die Lehrer/in als Vortragender/de und den/die Schüler/in als Zuhörer/in fungieren. Das Erarbeitungsfeld für welches der Frontalunterricht eingesetzt wird, ist leicht zu formulieren und dient der „Einführung in Sachgebiete“, Vermittlung grundlegender Kenntnisse, um Grundlagen selbstständiger Entscheidungen bilden zu können (Zeuschner 2005). Verschiedene Ansatzformen können hier für die Methode der Plenumsarbeit angewandt werden:
- die Vortragsform (Lehrer/in oder Schüler/in)
- Lehrer/in-Schüler/in-Gespräche
- Moderationsfunktionen laufender Gespräche zur Unterrichtslenkung
- Gesprächskreise oder Gesprächshalbkreise (Kiper/ Meyer/ Topsch 2002, S. 80)
Eine gezielte Vorbereitung durch die Lehrperson ist sowohl in der autoritären Form des Lehrervortrages, sowie in den anderen, oben genannten handlungsorientierten Ansätzen, indem der/die Lehrer/in eine Moderationsfunktion einnimmt, eine Grundvoraussetzung, da einfache Zusammenhänge aus der Alltagswelt und komplexe Themen der Wissenschaftswelt möglichst allen Adressaten, in einfacher Form einen Zugang zum Lerninhalt ermöglichen sollten. Für diese Wissensübermittlung bietet der Einsatz aller Medienformen eine Unterstützung, das erklärende Tafelbild, die veranschaulichende Folie auf dem Over-Head-Projektor, Video-, DVD- Material oder Computereinsatz, alle Medienformen können für diese Unterrichtsform genutzt werden.
(Allgemeine) Lernziele und Kompetenzen (Didaktische Funktionen)
Die allgemeinen Lernziele, die mit dem Frontalunterricht verbunden sind werden durch folgende Punkte genauer beschrieben:
- es gelten für alle Schüler/innen, die vom/von der Lehrer/in vorgegebenen Lehr- Lernziele (allen Lernenden werden die gleichen Bildungsinhalte vermittelt = Ziel ist mit allen Schülern/innen das Thema so zu erarbeiten, dass jeder/jede Einzelne es versteht und selbstständig weiterentwickeln kann
- werden alle Schüler/innen in der gleichen Methode unterrichtet, so soll ein gleichmäßiges Fortschreiten der gesamten Klasse im Lernstoff gewährleistet werden
- die Kotrolle der Stoffmenge und des Unterrichtsfortschritts erfolgt durch die Lehrenden (Steuerung der Sacherfahrung)
- die Interaktion, sowie der Aktionismus ist eindeutig auf die Lehrkraft gerichtet, dies spiegelt sich auch in der Sitzordnung parallel vor der Lehrkraft wider (Zeuschner 2005 Kiper/ Meyer/ Topsch 2002, S. 80).
Die didaktische Funktion oder Kompetenz bezieht sich beim Frontalunterricht auf die Bildung von Wissensgrundlagen. In diesem Zusammenhang soll der/die Schüler/in befähigt werden eigene Entscheidungen, selbstorganisiert, zu auftretenden Problemen zu finden und Lösungsstrategien zu erarbeiten. Die Lernenden sollen zu Problemlösern werden. Dies setzt natürlich gewisse Kompetenzen in diesem Kontext voraus, beispielsweise soziale Kompetenz, Präsentationskompetenz, kognitive Kompetenz, motivationale Kompetenz, etc. Diese und weitere Kompetenzen werden durch die Form des Frontalunterrichts, mit seinen Lernzielen gefördert werden.
Vor- und Nachteile der Methode
Der Frontalunterricht hat folgende Vorzüge:
- er ermöglicht rasche, gleiche und effektive Information für alle Lernenden,
- er ist zeitökonomisch,
- er bietet gute Übersicht über die Unterrichtssituation,
- er ist methodisch einfach und gut organisierbar,
- er ist eine gewohnte Arbeitsform, die zur Mitarbeit anregt,
- er unterdrückt disskussionsbedingte Störungen,
- er komprimiert und akzentuiert Lerninhalte,
- er vermeidet Umwege des Lernprozesses,
- er passt Anforderungen an Prüfungsinhalte an (Zeuschner 2005 Kiper/ Meyer/ Topsch 2002, S. 80).
Die Nachteile des Frontalunterrichts kennzeichnen die folgenden Punkte:
- er vernachlässigt ganz allgemein sozialerzieherische Aspekte,
- er verführt die Lehrkraft zu autoritärer oder dirigistischer Gestaltung des Unterrichts,
- er verleitet zu kurzschrittigem Vorgehen, um den Gleichschritt aller zu gewährleisten,
- er isoliert die Schüler/innen und lässt keine Interaktion zwischen ihnen zu,
- er vernachlässigt das individuelle Lerntempo,
- er lässt weder Verweilen noch Vertiefen zu,
- er verleitet den/die Lehrer/in das gewünschte Ergebnis vorzugeben,
- er verleitet zur Bevorzugung besserer Schüler/innen,
- er führt zu starker sachlicher und emotionaler Abhängigkeit von der Lehrkraft (Zeuschner 2005 Kiper/ Meyer/ Topsch 2002, S. 80).
Exemplarische Umsetzung im Wirtschaftsunterricht
Die Methode lässt sich allgemein dazu nutzen in Themengebiete einzuführen und Grundlagenwissen zu vermitteln. Als Beispiel kann hier die Störung von Kaufverträgen durch Sach- oder Rechtsmängel dienen, indem man ein praxisnahes Beispiel wählt (z.B. einen Handykauf) und auf dieser Grundlage das Thema mit den Schülern/innen erarbeitet. Es bietet sich an mit einem Tafelbild oder einer Folie die Ergebnisse festzuhalten und einen Orientierungspunkt zu schaffen, von dem ausgehend die Schüler/innen, in einem Wechsel der Sozialform in Fallbeispielen, das frontal erlernte, selbstständig anwenden sollen.
Literaturverzeichnis
Kiper H./ Meyer H./ Topsch W. (2002): Einführung in die Schulpädagogik, Berlin.
Klieme, E. (2004): Was sind Kompetenzen und wie lassen sie sich messen?, in: Pädagogik, 56. Jg. Heft 6, S. 10 - 14.
Rosenbach, M. (2005a): Der Frontalunterricht, Zugriff am 16. November 2005.
Rosenbach, M. (2005b): Gruppierungsformen, Zugriff am 16. November 2005.
Zeuschner, H. (2005): Totgesagte leben länger - Frontalunterricht und Lehrervortrag, Zugriff am 16. November 2005.





