Open Education

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Inhaltsverzeichnis

Begriffserklärung und Herkunft

Das englische Begriffspaar “Open Education”, genauer „Open Educational Resources“ (kurz: OER), meint in der deutschen Übersetzung den Zugriff auf „freie Bildungsressourcen“. Darunter zählen Lerninhalte, Software-Werkzeuge, die den Lernprozess unterstützen, Kurse und andere inhaltliche Materialien. „Open“ bzw. „frei“ bezieht sich je nach Quelle auf die Vermeidung von technischen, kostenmäßigen oder rechtlichen Einschränkungen für die Nutzerinnen und Nutzer (vgl. Zauchner/Baumgartner (2007): S. 245.).

Mit der Akzeptanz und Nutzung innovativer Technologien, wie Wikis und Webblogs, eröffneten sich auch neue Wege für die Bildung. Lernende sind nicht mehr nur bloße Konsumenten von Lerninhalten, sondern treten in einen aktiven Lernprozess, indem sie selbst digitale Ressourcen generieren (vgl. Oberhuemer/Pfeffer (2008): S. 17.). Das Web 2.0 bietet damit im Kontext des eLearning 2.0 die Möglichkeit, Informationen frei konsumieren zu können und frei zur Verfügung zu stellen (vgl. Goertz, Johanning (2007): S. 262.).

Den Anfang für die freie Zugänglichkeit von Lerninhalten machte die us-amerikanische Hochschule „Massachusetts Institute of Technology“. Sie stellte im April 2001 die Unterrichtsmaterialien allen Internetnutzerinnen und –nutzern frei zur Verfügung. Weltweit folgten im Hochschulsektor solche und ähnliche Projekte. Eines davon sind die Open Educational Resources- Initiativen, die die Einführung von freien Bildungsressourcen beschreibt (vgl. Zauchner/Baumgartner (2007): S. 244.).

Ähnliche Begriffe

Ähnliche Begriffsgruppen, die im Zusammenhang mit den Open Educational Ressources häufig Anwendung finden, sind Open Access (vgl. http://www.soros.org/openaccess/), Open Source (vgl. Henning (2007): S. 587), Open Course Ware (vgl. http://www.ocw.mit.edu) und Open Content (vgl. Ensthaler (2009): S: 106).

Anwendungsmöglichkeiten

Merkt et al. haben Aufsätze gesammelt, die den Einsatz von freien Bildungsressourcen für die Hochschule näher beleuchten. Demnach hätten sich inzwischen weltweit 200 Hochschulen dafür entschieden, Lernressourcen frei und offen über das Internet zugänglich zu machen. Immer mehr Hochschulen würden ihre Lehrinhalte veröffentlichen, aber auch im nichtuniversitären Bereich steige die Bereitschaft Bildungsinhalte frei zugänglich zu machen (vgl. Zauchner/Baumgartner (2007): S. 244.). In Deutschland spiele der Einsatz von Open Educational Resources dagegen eine nachgeordnete Rolle (Stand: 2006) (vgl. Goertz, Johanning (2007): S. 253.). Der Einsatz von Open Educational Resources in der Lehre sei an Voraussetzungen geknüpft, die Zauchner/Baumgartner gleichzeitig als Herausforderungen sehen. So sei die „didaktische Innovationskraft“ nur zu nutzen, wenn das Ziel definiert, die Zielgruppe identifiziert, das Geschäftsmodell geklärt und die didaktische Integration gewährleistet würden. Zudem müssten die technischen Voraussetzungen geschaffen, Nutzungsrechte geklärt und eine Qualitätssicherung vorgenommen werden (vgl. Zauchner/Baumgartner (2007): S. 244).

Auch Bibliotheken setzten sich für die Umsetzung einer freien Erreichbarkeit von Lerninhalten ein. Ihre Online-Angebote seien aufgrund der Orts- und Zeitunabhängigkeit die zentrale Anlaufstelle für Lehrende und Lernende (vgl. Beger (2007): S. 17.).

Literatur

Beger, Gabriele (2007): Was ist und was kann Open Access beim eLearning bewirken? In: Merkt, Marianne; Mayrberger, Kerstin; Schulmeister, Rolf; Sommer, Angela; van den Berk, Ivo (Hrsg.) (2007): Studieren neu erfinden – Hochschule neu denken. Münster: Waxmann.

Ensthaler, Jürgen (2009): Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht. 3. Auflage. Berlin, Heidelberg: Springer.

Goertz, Lutz; Johanning, Anja (2007): OER – Deutschlands Hochschulen im internationalen Vergleich weit abgeschlagen? Eine systematische Bestandsaufnahme von OER-Initiativen im Hochschulsektor weltweit. In: Merkt, Marianne; Mayrberger, Kerstin; Schulmeister, Rolf; Sommer, Angela; van den Berk, Ivo (Hrsg.) (2007): Studieren neu erfinden – Hochschule neu denken. Münster: Waxmann.

Henning, Peter A. (2007): Taschenbuch Multimedia. 4. Auflage. München: Hanser.

Oberhuemer, Petra; Pfeffer, Thomas (2008): Open Educational Ressources – Ein policy-Paper. In: Zauchner, Sabine; Baumgartner, Peter; Blaschitz, Edith; Weissenbäck, Andreas (Hrsg.) (2008): Offener Bildungsraum Hochschule. Freiheiten und Notwendigkeiten. Münster: Waxmann.

Zauchner/Baumgartner (2007): Herausforderung OER – Open Educational Ressources. In: Merkt, Marianne; Mayrberger, Kerstin; Schulmeister, Rolf; Sommer, Angela; van den Berk, Ivo (Hrsg.) (2007): Studieren neu erfinden – Hochschule neu denken. Münster: Waxmann.

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