TOM-Modell
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T-O-M-Modell
Das T-O-M-Modell (Technik-Organisation-Mensch-Modell) wurde von Bullinger, Wörner und Pietro (1997) entwickelt und zeigt den Zusammenhang zwischen Technologie, Organisation und Mensch im Rahmen von Wissensmanagement auf. Dem Modell liegt die Annahme zugrunde, dass die Einführung von Wissensmanagement Veränderungen im ganzen Unternehmen mit sich bringt. Demgemäß geht es dabei nicht ausschließlich um die Implementierung von Datenbanken oder IT-Plattformen (Technologie), sondern genauso um organisatorische Aspekte (Organisation) sowie Maßnahmen, die den Personalbereich betreffen (Mensch) (vgl. Nickelsburg 2007, S.34). Für ein nachhaltig erfolgreiches Wissensmanagement müssen bei dessen Implementierung und strategischer Ausrichtung alle drei Dimensionen berücksichtigt werden, wobei die Gewichtung individuell von dem jeweiligen Unternehmen mit seinen Strukturen abhängig ist (vgl. Bullinger et al. 1997).
Dimensionen
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Frauenhofer-Gesellschaft 2005, S.9
Technologie: Informations- und Kommunikationstechnik als Bausteine eines flexiblen Wissensmanagements (Plattformen, Hardware, Software). Der IT-Einsatz sollte dabei auf die Unternehmensbedürfnisse abgestimmt sein und auf Logik und Architektur der Unternehmenssysteme aufbauen (vgl. Richter 2007, S.40).
Organisation: Methoden für Wissenserwerb, Speicherung und Transfer (Rollen, Hierarchien, Expertennetze). Wissensmanagement muss hierbei sowohl in die bestehenden Strukturen der Aufbauorganisation als auch in die Prozesse der Ablauforganisation integriert werden (vgl. Lucko/Trauner 2002, S.27).
Mensch: Unternehmenskultur, die einen kontinuierlichen Wissensfluss unterstützt (Lernen, Motivation, Vertrauen, Kommunikation, Anreiz).
Barrieren
Jede Veränderung einer Dimension kann mit internen Widerständen und Barrieren einhergehen (vgl. Bullinger/Warschat/Prieto/Wörner 1998, S.8). Die wichtigsten Barrieren können der folgenden Abbildung entnommen werden.
Quelle: Eigene Abbildung in Anlehnung an: Bullinger et al. 1998, S.8
Beispiel
Wird in Unternehmen ein Intranet als gemeinsame Informationsplattform eingeführt, ist es nicht nur notwendig, eine entsprechende IT-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Es bedarf auch motivationsfördernder Maßnahmen für die beteiligten Personen. Doch auch eine motivierte Belegschaft mit guter IT-Ausstattung garantiert noch keinen erfolgreichen Wissensaustausch, wenn sie wegen Arbeitsüberlastung keine Gelegenheiten findet, diesen zu realisieren. (Steinecke 2009, S.6)
T-O-M-Modell und Wissensmanagementstrategie
Konkrete Maßnahmen können erst ergriffen werden, wenn festgelegt wurde, welchen Schwerpunkt die Wissensmanagementstrategie haben soll. Dieser kann zum einen in der Speicherung von Wissen in Datenbanken (Kodifizierung) und zum anderen im Auf-und Ausbau von Kommunikationsprozessen zwischen Wissensträgern (Personalisierung) liegen (vgl. Nickelsburg 2007, S.35f.).
Kodifizierungsstrategie
- Wird genutzt, wenn das vorhandene Wissen eher expliziter Art ist.
- Die Komponente ‚Organisation‘ hat in diesem Fall den Schwerpunkt Geschäftsprozesse zu analysieren, diese optisch darzustellen und einzelne Arbeitsschritte zu beschreiben.
- Unter der Komponente ‚Mensch‘ werden verstärkt Schulungen und Trainings zur optimalen Nutzung der angebotenen IT-Wissensplattform angeboten.
(Vgl. Nickelsburg 2007, S.35)
Schwerpunkte bei der Kodifizierung
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Lucko/Trauner 2002, S.27
Personalisierungsstrategie
- Wird genutzt, wenn das vorhandene Wissen eher impliziter Art ist.
- Es wird ein Umfeld geschaffen, das den direkten Wissensaustausch zwischen Wissensträgern fördert und die Motivation für gemeinsame Lern- und Produktionsprozesse stärkt.
- Die Komponente ‚Technologie‘ wirkt bei dieser Strategie als unterstützendes Werkzeug, um eine Vernetzung zu ermöglichen.
(Vgl. Nickelsburg 2007, S. 38)
Schwerpunkte bei der Personalisierung
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Lucko/Trauner 2002, S.28
Die Personenorientierung und somit Personalisierungsstrategie ist im Laufe der Jahre immer mehr in den Vordergrund gerückt, wodurch sich Wissensmanagement von seiner einseitigen Orientierung auf IT-Technologien gelöst hat (vgl. Zimmermann 2006, S.10 sowie Nickelsburg 2007, S.38)
Abschließende Übersicht
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Nickelsburg 2007, S.40
Literatur
Bullinger, H.-J.; Wörner, K.; Prieto, J. (1997): Wissensmanagement heute: Daten, Fakten, Trends. Stuttgard: Frauenhofer IAO-Studie.
Bullinger, H.-J.; Warschat, A.; Wörner, K.; Prieto, J. (1998): Wissensmanagement – Anspruch und Wirklichkeit: Ergebnisse einer Unternehmensstudie in Deutschland. In: Information Management, Ausgabe 1/98, S. 7-23.
Frauenhofer-Gesellschaft (2005): Wissen und Information 2005: Frauenhofer Wissensmanagement Community (Hrsg.). Stuttgart: Frauenhofer IBR Verlag.
Lucko, S.; Trauner, B. (2002): Wissensmanagement: 7 Bausteine für die Umsetzung in der Praxis; München: Carl Hanser Verlag.
Nickelsburg, A. K. (2007): Wissensmanagement: Verfahren, Instrumente, Beispiele für Vereine und Verbände; ein Trainingsbuch. Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Akad. Management und Politik.
Richter, A. (2007): IT-gestütztes Wissensmanagement: Theorie, Anwendung und Barrieren (2.Aufl.). Berlin: Volker Darbella Verlag.
Steinecke, W. (2006): Wissen effektiv nutzen in KMU. Verfügbar unter: http://www.c-is.com/WEKA-Artikel.pdf [06.06.2010]
Zimmermann, G. (2006): „Wissensmanagement – und die Sprache?“. In: Wissensmanagement, Nr. 6, S. 10-13.





