Weiterbildung

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Definition

Weiterbildung wurde vom Deutschen Bildungsrat 1970 wie folgt definiert: Weiterbildung beschreibt „die Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer ersten Bildungsphase und zwischenzeitlicher Berufstätigkeit“ (Deutscher Bildungsrat 1970, S. 197). Synonym zur Weiterbildung wird häufig ebenfalls der Begriff Erwachsenenbildung verwendet (Dehnbostel, 2008, S. 12), wobei sich die Erwachsenenbildung zunehmend auf die berufliche Weiterbildung bezieht 1.

Dimensionen der Weiterbildung

Nachdem der Begriff Weiterbildung ursprünglich in die drei Unterformen politische, allgemeine und berufliche Weiterbildung ausdifferenziert wurde, so wird mittlerweile nur noch zwischen den beiden Formen allgemeine Weiterbildung und berufliche Weiterbildung unterschieden. Diese Veränderung entsteht aus der Überlegung heraus, dass die allgemeine Weiterbildung die nicht beruflichen Weiterbildungen vereint und die politische Weiterbildung subsumiert (vgl. Abb. 1).

Datei:Weiterbildung1.JPG

Abbildung 1: Dimensionen der Weiterbildung (in Anlehnung an Sauter 1994 und Dehnbostel 2008)


Berufliche Weiterbildung

Beruflich orientierte Weiterbildung hat in Deutschland den größten Stellenwert. Schaut man sich alleine die wahrgenommenen Weiterbildungsmöglichkeiten an, welche nicht individuell, sondern von den Betrieben gesteuert und gefördert werden (Betriebliche Weiterbildung), so sind bereits 60% der Weiterbildungsaktivitäten abgedeckt. Weitere 20% der berufsbezogenen Weiterbildungsaktivitäten sind auf die individuell geplanten und umgesetzten Weiterbildungsmaßnahmen zurückzuführen, welche häufig genutzt werden, um temporäre Arbeitslosigkeit konstruktiv zu überbrücken2.

Insgesamt liegt die Teilnehmerquote der Arbeitslosen im Bereich der beruflichen Weiterbildung jedoch weit hinter dem, der Erwerbstätigen, was allerdings auch daraus resultiert, dass den Arbeitslosen der Zugang zu den betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen verwehrt ist. Weiterbildungen als Überbrückungsmaßnahmen der Arbeitslosigkeit können z.B. Sprach- oder Computerkurse sein. Es besteht zudem die Möglichkeit, mit bestimmten fachlichen Qualifikationen und speziellen Weiterbildungsmaßnahmen einen ganz anderen Berufssektor zu erschließen. So ist es beispielsweise möglich, fachdidaktische Weiterbildungen im Bereich der Pädagogik zu nutzen, um einen Naturwissenschaftler oder Ingenieur als Lehrkraft in Schulen oder Universitäten einzusetzen3.

Allgemeine Weiterbildung

Unter der allgemeinen Weiterbildung werden Bildungsmaßnahmen für Privatpersonen zusammengefasst wie zum Beispiel4:

  • Gesundheitsbildung
  • Kindererziehung
  • Umweltschutz
  • uvm.

Gefördert werden diese Maßnahmen vor allem vom Staat, aber auch durch andere öffentliche Einrichtungen wie der Kirche oder gewerkschaftlichen Verbänden und lassen sich somit klar von der betrieblichen Weiterbildung abgrenzen.

Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland

Seit 1979 werden regelmäßig Erhebungen zur Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland durchgeführt, bei denen 7035 Personen aus der Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren befragt werden. Die Befragung für das Jahr 2010 ergab, dass 42% der Deutschen im erwerbstätigen Alter an mindestens einer Weiterbildungsveranstaltung teilgenommen haben. Im Vergleich zum Jahr 2007 ist der Anteil von 44% demnach leicht um 2% gesunken. Überschlägt man die letzten 10 Jahre, scheint die Beteiligungsrate jedoch sehr stabil bei 43% zu liegen (vgl. Abb. 2).

Datei:Weiterbildung2.jpg

Abbildung 2: Weiterbildungsteilnahme 1991 - 2010 (AES Trendbericht 2010)

Literatur

  • Alt, Christel et al. (1999): Berufliche Weiterbildung in Deutschland: Strukturen und Entwicklungen. Gütersloh
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (2011): Weiterbildungsverhalten in Deutschland - AES 2010 Trendbericht. Berlin
  • Dehnbostel, Peter (2008): Berufliche Weiterbildung: Grundlagen aus arbeitnehmerorientierter Sicht. Bonn, Berlin
  • Deutscher Bildungsrat (1970): Strukturplan für das Bildungswesen. Stuttgart

Weblinks

Persönliche Werkzeuge
Info

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