Cobweb-Theorem
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Definition
Das Cobweb-Theorem zeigt auf, wie das Marktgleichgewicht bei einer Störung des Marktes - unter bestimmten Bedingungen - wiedergefunden wird (vgl. Klump 1992: S.27) . Dieses Modell ist ein Beispiel für die dynamische Analyse. Hiermit ist gemeint, dass sich alle Variablen nicht auf einen Zeitpunkt (z.B. Jahr 1 [Abb. Q/P1]), sondern auf mehrere Zeitpunkte beziehen (Abb. Q/P1, 2, 3) (vgl. Fehl/Oberender 2004: S.50)
Erläuterung
Das Cobweb-Theorem hat seinen Namen durch die Ähnlichkeit mit einem Spinnennetz erhalten. Damit es zu diesem Aussehen (s. Abb.) kommt, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein. Diese Bedingungen gelten als erfüllt, wenn es sich um ein nicht lagerfähiges Gut handelt. Außerdem muss unterstellt sein, dass die Anbieter auf Marktpreisänderungen nur verzögert reagieren können. Hieraus wird gefolgert, dass für die Anbieter der Preis der Vorperiode für die aktuelle Produktion von entscheidener Bedeutung ist. Sie bilden also einen Erwartungswert (vgl. Fehl/Oberender 2004: S.47). Die Nachfrager richten ihre Nachfrage nach dem Marktpreis der laufenden Periode. Zuletzt muss die Angebotskurve, im Vergleich zur Nachfragekurve, steiler verlaufen. (vgl. Abb.)
Sollte es nun zu einer Störung des Marktes (z.B. durch Einkommenssteigerung) kommen, würde sich folgendes statische Verhalten einstellen. Die Anbieter verkaufen ihre Waren teurer (im Vergleich zur Vorperiode). Nach Überprüfung der Angebotsfunktion stellt sich in der Folgeperiode eine größere Produktionsmenge dar. Die größere Produktionsmenge ist dann jedoch nur noch zu einem tieferen Preis vollständig absetzbar. Hieraus folgt dann wieder eine Verminderung der Menge und, dem gegenüber gestellt, ein Anstieg der Preise. (vgl. Abb.) Bei einer Störung des Marktes setzt also ein Anpassungsprozess ein, der sich nach langen Fluktuationen, um das Marktgleichgewicht, in selbigen wieder findet. (vgl. Klump 1992: S.28)
Dieser Anpassungsprozess tritt ohne externe Einmischung ein. Es sind also keine externen Instanzen vorhanden. Außerdem sorgt kein funktionales Ereignis für die erneute Einstellung des Marktgleichgewichtes. (vgl. Esser 1996: S.551)
Das Cobweb-Theorem entwickelt sich nicht, wenn die Bedingungen nicht erfüllt sind. Ist die Nachfragekurve steiler als die Angebotskurve, dann stellt sich eine explosionsartige Entwicklung von Preis und Nachfrage ein. Falls die Nachfragekurve die Orthogonale (Senkrechte) zur Angebotskurve ist, kommt es zu zyklischen Schwankungen (vgl. Klump 1992: S.28) um das Marktgleichgewicht.
Synonyme
Als Synonyme gelten:
- Cobweb-Modell
- Schweinezyklus
- Hopfenzyklus
- Spinnwebtheorem
- Spinngewebe-Theorem
- Spinngewebsmodell
Der Hopfenzyklus wird besonders anschaulich von Jarchow, H.-J. (1980): Der Hopfenzyklus in der Bundesrepublik, dargestellt.
Literatur
- Klump, R. (1992): Einführung in die Wirtschaftspolitik, 2. Auflage, München
- Fehl, U./Oberender, P. (2004): Grundlagen der Mikroökonomie, 9. Auflage, München
- Esser, H. (1996): Soziologie, 2. Auflage, Frankfurt/Main
Weblinks
www.mikrooekonomie.de [1] Stand: 06.01.2010





